Donnerstag 3.00 Uhr morgens, der Wecker klingelt. In der Ecke stehen die gepackten Koffer und Taschen für unsere bisher größte Fotografiereise. "Und das soll reichen? Hab ich auch sicher nichts vergessen?" Mhh. Langsam wird zum Bad geschlurft, vom Bad in die Küche und das Ganze wieder zurück. "So müde.." Wenn man jetzt in den Spiegel schaut sieht man keinen Funken Abendteuerlust, keine Aufregung, nur ein zerknautschtes Gesicht das mehr als deutlich sagt "Warum zur Hölle gehen die Flüge an schöne, sehenswerte Orte nur immer so verdammt früh?!". Aber dennoch macht sich so langsam Hektik breit. Hektik und das Gefühl unvorbereitet zu sein. Wir wissen ja nicht wie es euch so geht, aber Frau Igel wird vor langen Reisen immer ganz mulmig. "Irgendwas fehlt, irgendwas fehlt" - wie in Dauerschleife des
weißen Kaninchens aus Alice im Wunderland wird die von Hand geschriebene Liste mit allem wichtigen nochmal abgegangen. ( Gott was wäre ich nur ohne meine hundert Erinnerungszettel, die
quer in der Bude verteilt sind! Kann man mit 24 schon Demenz bekommen? ) Während die ersten Taschen bereits im Auto per Tetrisprinzip verstaut werden, hört man Schritte im Hof. Da ist er auch schon, die Nummer drei unserer Autobesetzung- der Oli. Mit einem breiten Grinsen scheint er die Uhrzeit irgendwie bedeutend besser weg zu stecken- die Frage "Wie machst du das ?" lasse ich an dieser Stelle einfach mal unausgesprochen im Hof stehen.

Es dauert gar nicht lang, da sitzen wir drei im Auto und steuern unser erstes Ziel an: den Globusparkplatz bei Isserstedt. Entgegen jeder Verwirrung: Nein wir wollen morgens um 4 Uhr nicht nochmal schnell einkaufen gehen, sondern unsere nächsten zwei Reisebegleiter einpacken. Max und Stefan strotzten nur so vor Energie und guter Laune als wir bei ihnen ankamen ( noch.. aber dazu später mehr ). Fünf von Neun waren wir also schonmal- läuft gut bei uns könnte man meinen, doch der Spaß geht ab hier erst richtig los. Während wir eine Karavane bildeten, um das sechste Mitglied Tobi einzusammeln, kam irgendwie der Eindruck auf, dass Max und Stefan so gar keine Lust mehr auf Island hatten. Zumindest wollten sie nicht so richtig Schritt halten und seilten sich recht schnell von unserem Auto ab.  Jetzt klingelt auch noch das Handy, Max ruft an, mh, seltsam.. "Unsere Karre ist Schrott, wir müssen an der nächsten Abfahrt halten." Was erst wie ein Witz belächelt wurde, änderte sich unmittelbar zum worstcase. Die Zeit lief uns davon und wir hatten nicht genug Puffer, um nun gemeinsam auf den ADAC zu warten. Was nun? Setzen wir alles auf eine Karte und warten auf Hilfe? Fahren wir ohne Stefan und Max weiter? Können die Flüge umgebucht werden? Und falls nicht, was wird aus Island? Ein Plan B musste her und unser Plan B war definitiv Tobi. Der eigentliche Mann Nummer vier im ersten Wagen, bot spontan sein Auto an. Rettung in letzter Sekunde. Während das erste Fahrzeug sich bereits weiter in Richtung Flughaften Frankfurt machte, schoss Tobi mit dem Ersatzwagen unseren verloren gegangenen Mitreisenden entgegen, sammelte sie ein und rettete damit irgendwie den Morgen. Was genau das Problem war und wieso Stefans Auto mal eben ein Päuschen machen musste, erzählen wir euch zu einem späteren Zeitpunkt nochmal. Fürs erste sei gesagt: Man sollte bei solchen Gruppenreisen immer im Vorfeld eine WhatsApp Gruppe mit allen Mitgliedern erstellen und nicht erst, wenn das erste Problem auftritt.

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Während sich Auto 1 und 2 nun also auf dem Weg nach Frankfurt befanden, war die Besatzung aus Auto 3 mit Sandy, Robin und Hermann bereits auf dem Weg nach Berlin. Tatsächlich flog unser kleines Trüppchen nämlich von zwei verschiedenen Flughäfen aus nach Island. Warum? Naja so recht gab es dafür eigentlich keinen Grund, außer vielleicht dass jeder unserer Teilnehmer selbst seinen/ihren Flug buchen musste und es sich dadurch nicht anders ergab. Absoluter Pluspunkt an der Situation: beide Flüge kamen exakt um die selbe Uhrzeit in Island an. Bevor es aber überhaupt in die Luft Richtung Norden ging, lief unsere WhatsApp Gruppe heiß. Bilder von Flughäfen, Sandwiches, Bierdosen und mehr flogen hin und her. An dieser Stelle sollte ich mal noch eben erwähnen, dass sich unsere Teilnehmer untereinander nur begrenzt kannten. Eine Tatsache die unserer Frau Igel übrigens im Vorfeld auch ein wenig Bauchschmerzen bereitete, denn wie ihr vielleicht schon öfter mitbekommen habt: während der Herr Fuchs ein Tier der absoluten Offenheit und Sympathie ist, tut sich unsere Frau Igel mit Ansammlungen fremder Menschen immer etwas schwer. Doch was soll man sagen? Diese Gruppe wusste wie man das Eis brach und es fühlte sich binnen Minuten für alle Beteiligten an, als würde man sich schon ewig kennen und einen kleinen freundschaftlichen Ausflug zusammen unternehmen.

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Ein Flug von knapp 3,5 Stunden lag vor uns - während die einen versuchten Bilder zu bearbeiten oder sich mit dem Handy ein wenig Beschäftigung verschafften, verschlief die andere Hälfte unseres Grüppchens einfach die Zeit.  Nach der Landung war es endlich so weit, aus sechs und drei wurden neun, unsere Gruppe war vollständig und endlich war die Stimmung auf ihrem Höhepunkt. Man lernte sich kennen, tauschte sich aus und sah so ziemlich Jedem die Lust auf die nächsten Tage an. Während Herr Fuchs und Frau Igel ihre Schützlinge kurz am Flughafen warten ließen und die zwei Fahrzeuge abholen mussten, ging auch schon so langsam die Sonne unter. Für alle Unwissenden: Island bietet im Winter gerade mal 4 Stunden Sonnenlicht, was die Planung der Trips für die Tage immer etwas
schwierig gestaltete.

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Zurück am Flughafen wurden die Autos gepackt, die Sitznachbarsuche begann und es dauerte nicht lang, da befanden wir ( nach einem kleinen Zwischenstop zur Nahrungsbeschaffung )
uns auch schon auf dem Weg in unsere Unterkunft. Eine Ferienvilla mitten im Golden Circle, in der Nähe von Laugaras sollte für die nächste Woche unsere Basis sein. Neben den wichtigsten Ausstattungen: zwei Bädern, genug Betten, einer riesigen Chillimillicouch für die gemeinsamen Abende, gab es da aber noch einen ganz dicken Pluspunkt, der die Schwärmmotoren unserer Reisetiere noch heut anregt: einen eigenen kleinen Hotpot! An dieser Stelle muss ich wohl nicht erwähnen, dass das Ding keinen einzigen Abend ungenutzt blieb. Nachdem sich alle soweit mit dem neuen Heim vertraut gemacht hatten, die Verteilung der Kochbeauftragten geregelt war ( vielen Dank hierbei an Max, Robin und Hermann )
und auch der Hotpot auf Herz und Niere geprüft wurde, nahm der Abend so langsam sein Ende. Man besprach noch eben die Pläne für den nächsten Morgen und trank das ein oder andere Getränk miteinander, bevor sich dann nach und nach alle ins Sleepydeideiland verzogen. Der Tag der Ankunft in Island.. er begann recht turbulent und endete mit dem wohlig flauschigen Gefühl der Vorfreude auf die nächsten Tage. Vor uns lag eine Woche voller Abendteuer, gemeinsamen Erlebnissen und unschlagbar schönen Kulissen, die wir in der nächsten Woche weiter mit euch teilen werden. Also haltet die Augen offen, denn der
nächste Blogeintrag ist sicher nicht weit!

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