6,5h Schlaf. Eine doch recht lange Nacht, wenn man bedenkt, dass wir bereits weit vor 8Uhr auf den Beinen sein wollten, um den ersten vollständigen Tag in Nordrhein-Westfalen zu erleben. Doch der Körper brauchte erstmal Ruhe, denn nach der gestrigen 5 stündigen Fahrt und den allgemein sehr stressigens letzten Wochen, war ein gemütliches Hotelbett in absoluter Stille genau das, was Herr Fuchs und Frau Igel gebraucht haben. Das Beste an unserer Unterkunft: ganz eindeutig die Lage zum Rhein. Egal aus welchem Fenster wir auch schauten, aus welchem Balkon wir heraustraten, das beruhigende dahinpletschern des Rheins war unüberhörbar und schaffte eine Atmosphäre, in der man gerne etwas länger schlafen mochte.

8 Uhr. Wir Beide sahen uns zwar noch etwas verschlafen aus, aber dennoch strotzen wir vor voller Tatendrang und hatten Bock! Bock auf den Tag, die unbekannten Gegenden und Bock das Büchlein "Verborgene Schönheit Niederrhein" mit erstem Material zu versorgen. Wir beide machten uns also direkt daran zu recherchieren um schnellstmöglich loszulegen. Auf der Suche nach den verwunschensten und schönsten Orten der Gegend durchforsten wir das World Wide Web. Von Wikipedia, Reiseblogs bis hin zu Instagramposts nutzten wir alles was sich uns bot auf der Jagd nach den schicksten Plätzchen dieser Welt. Der Welt rund um den Niederrhein, einer Welt die weder Herr Fuchs noch Frau Igel jemals zuvor mit offenen Augen bereist hatten. Dank der, für die vollkommen technikzurückgebliebene Frau Igel ein Wunderwerk des 21sten Jahrhunderts, eigene Googlekarten zu erstellen und dadurch gezielter reisen zu können, fühlten wir uns perfekt vorbereitet und ausgerüstet. Noch schnell den Bauch am zwar spärlichen, aber dennoch leckeren Frühstücksbuffet vollgeschlagen und schon ging es ab ins Siomobil und auf den Weg in Richtung Abenteuer.

Unterwegs zu unserem ersten Tagesziel, machten wir einen kleinen Zwischenstop, denn genau da war sie. Diese kleine süße Kirche mitten im Nirgendwo, die wir eigentlich gar nicht auf dem Schirm hatten und der wir durch Zufall auf unserem Weg begegneten. Kurzerhand abgebogen, Parkmöglichkeit gesucht, ausgestiegen und... Naja an diesem Punkt der Reise viel uns leider auf, dass wir zwar das meiste Equipment eingepackt hatten, in der Eile allerdings den unverzichtbaren Kamerarucksack im Hotelzimmer haben liegen lassen. Ohne Speicherkarten und mit nur einem Akku bewaffnet entschieden wir uns also
noch einmal zurück zu fahren, denn das könnte sonst später zu einem größeren Problem werden. Diese Situation war zwar etwas dümmlich gelaufen, aber für unsere Reisetiere kein Grund die Motivationsrotatoren langsamer laufen zu lassen, denn währrend der ganzen Aktion zog sowieso eine Kaltfront mit jede Menge Regen im Gepäck über das Land.. Nach einer knapp einstündiger Fahrt hin und wieder zurück, starteten wir also den zweiten Versuch im kleinen Örtchen Stenden und hielten unseren ersten Spot des Tages auf Bildmaterial fest. Ein gutes Gefühl sag ich euch. Bis auf eine niedliche weiße Mühle, die allerdings auf Privatgelände stand und demnach nicht für unsere Zwecke nutzbar war, hielt das kleine Örtchen jedoch keineweiteren Überraschungen bereit und wir machten uns auf den Weg unserem eigentlichen Ziel näher zu kommen. Dem Ziel Evller See. Dieser entpuppte sich allerdings eher als eine Art Freibad, womit wir nicht so ganzgerechnet hatten. Das schöne rote Schiffchen, das wir auf so vielen Fotos im Internet gesehen haben, war an diesem Tag nur an einem Steg befestigt, der weder besonders fotogen erschien, noch sonderlich gepflegt. Kurzerhand entschieden wir uns dazu ein zwei Meter zu laufen, stattdessen die schöne
Landschaft kurz festzuhalten und unseren Weg fortzusetzen.

Unser nächstes Ziel - Das beschauliche Städtchen Wachtendonk wurde zum Highlight unseres zweiten Tages. Ein kleiner Ort der beschaulicher und idyllischer nicht sein könnte. Ein altes Backsteinhaus reiht sich an das nächste und sie alle behielten rechts neben den Türen kleine Schilder bereit, die zeigten das jedes einzelne dieser gepflegten Objekte unter Denkmalschutz steht. Während wir bereits erste Witze darüber machten, ob man sich wohl bewerben müsse, um in diese Gemeinde aufgenommen zu werden und hier zu wohnen, konnten wir uns weiterhin nicht vom Charme der Stadt losreißen. All diese kleinen Fenster, mit ihren Fensterläden, das viele Buntglas an den Türen, die von hohen Pflanzen bewachsenen Häuserwände. Es war wie in einer Sparkassen Werbung die für Bausparverträge wirbt. Um eurer Vorstellung ein wenig auf den Sprung zu helfen: stellt euch einmal die Stadt mit der schönsten Altstadt vor, die ihr bisher sehen durftet. Nun genau so sah es in Wachtendonk aus, nur das sich dieses hübsch verpackte Äußere nicht nur auf die Altstadt beschränkte, sondern den ganzen Ort umhüllte.

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Sicher keine Stadt in der am Wochenende der Bär steppt oder junge Leute sich schwören diesen ruhigen (und dabei evtl sogar zu ruhigen) Vorort niemals zu verlassen. Aber für einen Ausflug mit dem Ziel die Seele baumeln zu lassen und ein unfassbar hübsches Fleckchen Erde zu sehen, genau richtig. Und das war natürlich genau unser Ziel. Man muss an dieser Stelle auch sagen, dass wir nur einmal Kontakt mit Menschen ,die in Wachtendonk lebten, hatten. Das war als wir in einen Bäcker spazierten, um Getränke und einen kleinen Snack zu besorgen. Die Begegnung war... naja sagen wir mal so, zwei stark tätowiert, alternativ ausschauende, junge Menschen wurde sicher auch Anderorts schon von den einheimischen Kaffeekränzchen abhaltenden Omis so angeblickt, wie wir eben angeblickt wurden - aber nichts was mit einem kleinen Lächeln in die verdutzen Gesichter nicht zu lösen wäre. Übrigens ist nicht nur Wachtendonk selbst wunderschön - sondern natürlich auch die Landschaft drum herum.

Travel Trip Journey Adventure Niederrhein Travel Trip Journey Adventure Niederrhein Travel Trip Journey Adventure Niederrhein Travel Trip Journey Adventure Niederrhein Travel Trip Journey Adventure Niederrhein Travel Trip Journey Adventure NiederrheinMit einem Erfolgserlebnis, einer Entenfeder als Souvenir und einigen schicken Aufnahmen machten wir uns nach 2,5h wieder auf den Weg um die nächsten schicken Locations zu erkunden. Zum zweiten Mal an diesem Tag stopten wir auf dem Weg zu unserem Ziel ungeplant an einem Ort der uns auf den ersten Blick perfekt erschien.

Travel Trip Journey Adventure Niederrhein Travel Trip Journey Adventure Niederrhein Travel Trip Journey Adventure NiederrheinKurz hinter Voursenbeck, neben einem Landgasthof erspähten wir einen kleinen Ententeich, der geradezu nach einem Zwischenstop schrie. Dieser kleine Winkel mitten in einem Waldgebiet brachte nicht nur ein zwei schicke Fotos mit sich, nein, er machte unsere Travelkinder auch unheimlich glücklich. Denn neben Enten und Gänsen, hatten sie das große Glück auch Nutrias beobachten zu dürfen. Nur 3 Meter von ihnen entfernt tummelten sich drei dieser pelzigen Flauschbälle an einer Futterstelle. Bereit um von Herr Fuchs fotografiert und von Frau Igel angeschmachtet zu werden. Gott hätte ich gerne einen eigenen Nutria Zuhause, unser Katzer Mr. Snickers und er wären die besten Freunde. Sie würden durch trocken und nass gehen! Aber hoppla - ich schweife ab....

Travel Trip Journey Adventure Niederrhein Travel Trip Journey Adventure Niederrhein Travel Trip Journey Adventure Niederrhein Travel Trip Journey Adventure Niederrhein Travel Trip Journey Adventure Niederrhein Travel Trip Journey Adventure Niederrhein Travel Trip Journey Adventure NiederrheinUnser eigentliches Ziel Schloss Krickenbeck nahe Nettetal hatte leider geschlossen, weshalb wir dieses Objekt diesesmal nicht von nahem betrachten konnten, aber dennoch war der Weg
dorthin gepflastert mit schönster Natur. Die Seenlandschaft Krickenbeck entschädigte uns mit schönsten Motiven und am Ende war es gar nicht so schlimm das Schloss nicht besichtigen zu können, denn bereits nach knapp 30min vor Ort brach der Himmel über uns zusammen und wir waren mitten in einem kalten Regenschauer gelandet vor dem wir in letzter Sekunde ins Auto flüchten konnten. Froh darüber wieder nicht allzu nass geworden zu sein, machten wir uns aerneut auf den Weg zu unserem letzten Ziel des Tages - der Stadt Kempen.

Travel Trip Journey Adventure Niederrhein Travel Trip Journey Adventure Niederrhein Travel Trip Journey Adventure Niederrhein Travel Trip Journey Adventure Niederrhein Travel Trip Journey Adventure Niederrhein Travel Trip Journey Adventure Niederrhein Travel Trip Journey Adventure NiederrheinAuf dieses Örtchen aufmerksam geworden sind wir im Internet hauptsächlich wegen ihrer rosafarbenen Kirche, welche aus dem Stadtbild herausragt wie keine Zweite. An dieser Stelle sollte ich wohl mal erwähnen, dass weder Herr Fuchs, noch Frau Igel gläubig sind, aber beide dennoch die Schönheit geweihter Häuser anerkennen. Jedem halbwegs Fotografiebegeisterten ist der Begriff der Blauen Stunde natürlich geläufig und genau diese konnten wir nutzen um die letzten Schnappschüsse zu machen, bevor es im nahegelegenem Kaufland auf Nahrungssuche und zurück nach Duisburg ins Hotel ging und somit der zweite Tag auch schon wieder vorrüber war. Erschöpft vielen wir ins Bett und träumten bereits vom nächsten Tag, der aber ganz anders laufen sollte als wir uns bis dahin wohl vorstellten ...